Klartext20/21-Gemeinsam
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Von
Mathilda Martina Huss
„The onus
is not on me to change.
Instead, it`s the world aroundme”
(Es ist
nicht meine Pflicht mich einzufügen.
Die Welt
muss sich mir fügen.)
Die
Ansage stammt aus dem Buch „Why I Do Not Longer Talk to White People About
Race”, der britischen Autorin und prominenten Influencerin, Reni Eddo-Lodge.
Ihr Buch, von 2017, führte im Nachgang des George Floyd Vorfalls,
2020,wochenlang die britische Bestsellerliste an und seine Rezeption begleitete
die „black lives“ matter Proteste. Heute schreibt sie für Zeitungen wie The New
York Times, The Guardian und The Independent.
Eddo-Lodge
begründet ihre Ablehnung mit weißen Menschen, über Rassismus zu reden, damit,
dass diese nicht bereit oder fähig seien, strukturellen Rassismus zu erkennen
und überwältigend defensiv reagierten. Sie ist frustriert. Reni Eddo-Lodge
findet es lästig ständig über die Themen, weißes Privileg, systemischen
Rassismus und Mikroaggressionen aufklären zu müssen. Sie moniert die feigen
Abwehrreaktionen jener Weißen, die auf die individuelle Schuld Anderer (z.B.
Rechter) verwiesen, anstatt ihren eigenen unmittelbaren Anteil am System
einzugestehen. Damit kommen sie bei Eddo-Lodge aber nicht durch. Ihr Buch ist
eine furiose Attacke gerade auf jene ignoranten Menschen, welche sagen: „we´re
all one race, the human race“. Sie empfindet die Leugnung der Existenz
unterschiedlicher Rassen, als Versuch sich aus der eigenen Verantwortung zu
stehlen. Dies sei ein Merkmal „weißer Fragilität“. Weiße Menschen hätten per se
Anteil am strukturellen Rassismus. Jene, die dazu neigten, sich selbst als
„neutral“ oder „farbblind“ zu empfinden, wären dabei die schlimmsten Heuchler.
Eddo-Lodge
fordert sich dem Problem zu stellen. Die Hautfarbe eines Menschen sei ein
wichtiger Teil seiner Identität und Lebenserfahrung. Wenn jemand behauptet,
"colour blind" zu sein, sei es die Weigerung, die Bedeutung der
eigenen Identität anzuerkennen. Reni Eddo-Lodge assoziiert mit "colour
blindness" Ignoranz und die Weigerung, sich mit der Realität struktureller
Ungleichheit auseinanderzusetzen. Sie versteht diese Haltung als eine Art
"Vermeidungstaktik". Statt Unterschiede zu ignorieren, plädiert sie
dafür, sie anzuerkennen, um endlich wirkliche Veränderungen einleiten zu
können.
Sie will
nicht Chancengleichheit in einem Spiel, dessen Regeln sie nicht bestimmt hat,
sondern Mitspracherecht bei den Spielregeln. Wer im Duell die Waffen wählt, hat beinahe gewonnen.
(Ich möchte nicht einbezogen werden. Stattdessen will ich
hinterfragen, wer den Standard überhaupt geschaffen hat. Nach einem Leben
von erlittener Differenz habe ich kein Verlangen, gleich zu sein. Ich will die
strukturelle Macht eines Systems dekonstruieren, das mich als fremd markiert
hat.)
Weiße
Menschen haben in weißen Gesellschaften schon seit je die Regeln bestimmt.
Deshalb genießen sie jetzt Privilegien. Sie beherrschen das Spiel. Eddo-Lodge
ist nicht allein mit ihrer Analyse.
In UK und
in einigen Staaten der US erhebt sich die Kontroverse zu strukturellem
Rassismus in Universitäten und Bildungseinrichtungen. Die Theorie, dass zum
Beispiel Mathematik Ausdruck westlicher Dominanz sei, findet Unterstützung in
verschiedenen akademischen Disziplinen, insbesondere der kritischen Mathematik Pädagogik und Ethnomathematik. Diese Theorien besagen, dass die Art
und Weise, wie Mathematik strukturiert, gelehrt und verstanden wird, oft von
westlichen Werten und Ideologien durchdrungen sei. Rufe wie „math is racist“
haben längst staatliche Institutionen erreicht. Ein zunehmender Anteil der
Auseinandersetzungen, der ursprünglich auf die kolonialen und kulturellen
Wurzeln von Mathematik verwiesen hat, bezieht sich heute auf die Frage, ob
Mathematik rassistisch sei.
Während
Ethnomathematiker, wie Ubiratan D'Ambrosio, nicht davon ausgehen, dass
Mathematik per se rassistisch sein kann, sondern nur die Art und Weise, wie sie
gelehrt würde, hinterfragen andere, wie der Mathematik Pädagoge Luis Radford
gleich die universelle Gültigkeit mathematischer Konzepte und deren kulturelle
Einbettung in westliche Denkmuster.
Das
klingt fast so abstrakt wie Hegel`s Geschichtsverständnis. Wer Geschichte als
Prozess versteht, in dem der Geist seine Freiheit realisiert und die Welt
formt, könnte auch Mathematik als spezifische kulturelle Errungenschaft des
Westens einordnen. Bei Hegel verändert der Erkenntnisprozess die Realität an
sich. Der Erkenntnisprozess und damit der Erkenntnisapparat - das Hirn - spielt
hierbei die zentrale Rolle. Der eigene Verstand limitiert nicht, was man in der
Welt erkennen kann (wie bei Kant), sondern Erkenntnis erschafft die Realität
(nach Hegel). Hirn schafft Welt. Impliziert Radford, dass kulturspezifisch -
Menschen genügend unterschiedliche Hirne haben, um in parallelen Welten zu
leben?
Konkret
geht es allerdings wohl weniger um die Frage was genau kulturspezifisch sei,
die Lehre und Anwendung von Mathematik oder gleich die ganze Disziplin, als um
die politischen Implikationen, wenn der Mathematik ihre universelle Bedeutung
abgesprochen wird. Man will Mathematik, als Disziplin abschaffen – mindestens
als Pflichtfach, weil einige ethnische Minderheiten nicht reüssieren. Was nicht
daran liegt, dass der Verstand limitiert ist, und man die Welt nicht erkennen
kann, wie sie ist (wie bei Kant simpliciter Hierarchie der Weltversteher),
sondern daran, dass es unterschiedliche Welten gibt. Kinder von Erfindern der "Disziplin„ Mathematik“ sollen systematisch bevorzugt sein. Allein die Bedeutung
von Mathematik im Curriculum stellt die monierte systematische Bevorzugung
weißer Kinder dar. Ihre Eltern haben jenes System geschaffen, es mit ihren
Kategorien, Werten und Maßstäben ausgestattet, welches jetzt sie, - die
Nachkommen privilegiert.
Warum
aber sollten ausgerechnet die Kinder von Mathematikern bevorteilt sein?
Systemischer Rassismus ist das Eingeständnis, dass der Mensch seine Umwelt nach
eigener Veranlagung selbst baut. Es ist die Anerkenntnis, dass Veranlagung
verwandte Generationen und Gruppen verbindet.
Entscheidend
ist, zu verstehen, dass die Veranlagung der Mehrheitsgesellschaft und
systemischer Rassismus nicht zwei diskrete Faktoren sind. Im Gegenteil: der
Mensch wächst als natürliches Wesen mit seinen bewährten Anlagen in seine
Umwelt hinein. Im bewährten Idealfall wächst ein Kind mit seinen Eltern oder
Großeltern in der von ihnen geschaffenen Umwelt auf. Diese ist folgerichtig so
spezifisch, wie die jeweiligen Erbauer. Eltern nutzen ihren spezifischen
Erkenntnisapparat um Kriterien und Werte zu entwickeln, an denen sie ihre
Umwelt und Mitmenschen messen. Ein Kind erbt nicht nur die Gene im DNS-Strang,
und die damit assoziierten Eigenschaften, sondern es erbt auch die durch seine
Verwandten gestaltete Umwelt inclusive Werten, Kriterien und Kategorien. Diese
passen normalerweise zum Kind, wie der Deckel zum Topf. Eltern schaffen diese
äußere Welt ja auf Grundlage ihrer Veranlagung, die sie auch ans Kind
weitergeben. Musikalische Eltern singen und musizieren, und haben im
Durchschnitt musikinteressierte Kinder. Umwelt und Veranlagung sind quasi
unauflösbar miteinander verflochten. Die Umwelt hängt von der Erbveranlagung
ab, weil Menschen ihre Umwelt ja nach ihren Veranlagungen wahrnehmen formen und
einrichten. So wirkt Veranlagung auf die Umwelt, und beide zusammen formen
wiederum Charakter und Verhalten des Menschen. Die Einflüsse ergänzen sich,
weil die Umwelt, die soziale, die architektonische, die kulturlandschaftliche,
die institutionelle, die politische - selbst vom Menschen gemäß seiner
Veranlagung geschaffen ist und die Umwelt wiederum den belohnt, der sich darin
zurechtfindet. Verwandte finden sich eher zurecht als Fremde. Struktureller
Rassismus ist damit Systemimmanent. Er kennzeichnet Existenz an sich.
Afroamerikaner
in den USA nennen es also strukturellen Rassismus, wenn die Lebensbedingungen
in den Staaten durch gestaltungsmächtige technische Eliten und westliche Kultur
geprägt sind: „Math is racist!“ Native Americans wurden nicht allein durch
Konflikt und Krieg vernichtet, sondern vor allem durch kulturelle Verdrängung
ausgelöscht. Minderheiten weltweit empfinden die kulturelle Übermacht eines
Hegemonen schmerzlich. Kolonialismus ist vernichtend, wie eine kriegerische
Invasion.
Eddo-Lodge
ist genervt, weil ihre Erwartungen, die gutmütigen, aber verunsicherten woken
Weißen betreffend, nicht erfüllt werden. Sie erwartet viel - nämlich:
Selbstaufgabe. Eddo-Lodge`s Kritik an den strukturellen Ungerechtigkeiten ist
nichts weniger als Kritik an der englischen Heimat. Diese sollen diese Weißen
aufgeben. Es ist Kritik am „erweiterten Phänotyp“ der Engländer. Richard
Dawkins beschreibt in The Extended Phänotyp (1982), dass sich die veranlagten
sichtbaren Merkmale eines Organismus nicht allein auf den Körper beschränken.
Er beschreibt, wie der Einfluss der Gene nicht nur auf den Körper und das
Verhalten eines Individuums beschränkt ist, sondern sich auf die Umgebung und
andere Lebewesen ausdehnen kann. Genetische Effekte wirken über die physischen
Grenzen eines Organismus hinaus und verändern die Umwelt nach Veranlagung.
Biologie ist nicht Alles, aber Biologie wirkt mit jeder Lebensäußerung, sowohl
dem Bau von Kulturlandschaft, Kathedrale, Wertesystem und Bildungssystem der
Engländer, als auch dem Biberdamm der Biber. Der westliche Mensch hat einen
extremen erweiterte Phänotyp, den er gemeinschaftlich pflegt. Auf diesem lastet
der evolutionäre Druck genau wie auf dem Biberdamm. Überleben und Fortpflanzung
einer Gruppe hängt vom Erfolg der verwandtschaftlich verbundenen Gruppe ab.
Multi-Level Selektion sagt, dass Evolution nicht nur durch die Konkurrenz von
Individuen, sondern auch durch Wettbewerb zwischen Gruppen zustande kommen
kann. Der Verwandtschaftsgrad innerhalb einer Gruppe spielt bei der Multi-Level
Selektion eine zentrale Rolle.
Eddo-Lodge
nervt die weinerlich-unterwürfige Art der Weißen, die tatsächlich wenig
begreifen. Sie nennt es: „weiße Fragilität“, wenn sich weiße Menschen als Opfer
wahrnehmen. Unfähig etwas entgegenzuhalten, fühlen sich diese Opfer schuldig
und angegriffen zugleich. Sie wissen nicht, wie ihnen geschieht, denn sie
wurden manipuliert ihre Instinkte zu ignorieren, trainiert sich einer
Opferhierarchie zu unterwerfen und folgenschwerer als alles andere: geschult an
ein grundfalsches Menschenbild zu glauben. Eddo-Lodge fühlt kein Mitleid,
sondern Wut. Diese entspringt direkt ihrer Rezeption des Britischen
Kolonialismus.
(„… dieses
kurze Universitätsmodul (zur kolonialen Geschichte Großbritanniens) veränderte
meine Perspektive völlig. Liverpool war der größte Sklavenhafen Großbritanniens
gewesen. Eineinhalb Millionen Afrikaner hatten die Häfen der Stadt passiert.
Die Albert Dock wurde vier Jahrzehnte nach dem letzten britischen Sklavenschiff
eröffnet ... es war das Näheste, wie ich dem Meer und der Vorstellung von
Großbritanniens Verstrickung in den Sklavenhandel kommen konnte. Am Rand des
Docks stehend, verspürte ich Verzweiflung. Als ich an den ältesten Gebäuden der
Stadt vorbeiging, wurde mir übel. Überall, wohin ich blickte, konnte ich das
Erbe der Sklaverei sehen. Meine Sichtweise begann sich drastisch zu
verändern.“)
Das
koloniale Erbe habe dazu beigetragen, systematische Ungleichheiten zu schaffen,
die bis heute bestünden. Die Geschichte des britischen Empires, insbesondere
die Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen in Afrika, hat laut Eddo-Lodge
eine direkte Verbindung zu den heutigen rassistischen Strukturen, auch in
Großbritannien. Kolonialgeschichte gehöre aufgearbeitet findet sie.
Zweifellos
richtete die britische Kolonisation in Afrika erheblichen Schaden an. Die
Briten vertrieben die lokale Bevölkerung und etablierten englische
Siedlungsgebiete. Die indigene Bevölkerung wurde zum Teil zu Zwangsarbeit auf
Plantagen oder in Bergwerken genötigt. Traditionelle Strukturen wurden durch
die Einführung der britischen Kolonialverwaltung zerstört, wobei man auf
„Assimilation“setzte. Indigene Kultur und Sprache sollten durch die englische
und das Christentum ersetzt werden. In vielen Fällen ging die britische
Herrschaft mit massiver Repression einher. Widerstandsbewegungen wurden brutal
niedergeschlagen. Die willkürliche Ziehung von Grenzen durch die Kolonialmächte
ohne Rücksicht auf ethnische Unterschiede hat in vielen afrikanischen Staaten
zu andauernden Konflikten geführt.
Die
Folgen des britischen Kolonialismus in Afrika sind bis heute spürbar.
Kolonialismus vernichtet Kultur und Volk, wie eine kriegerische Invasion.
Profiteur war schon damals eine kleine Elite.
Während
die breite Masse der Engländer vom britischen Kolonialismus kaum profitierte,
brachte er Vorteile für die britische Oberschicht und Wirtschaftselite.
Investoren und Unternehmer wurden reich durch die Nutzung kolonialer Ressourcen
und die Versklavung von Menschen. Sie erlangten durch den Handel mit Rohstoffen
aus den Kolonien erheblichen Wohlstand. Handelsunternehmen wie die British East
India Company und andere monopolistische Firmen verdienten an den kolonialen
Märkten, indem sie die Wirtschaft der Kolonien kontrollierten und deren
Ressourcen vermarkteten. Politische Eliten erlangten durch das Imperium
weltweiten Einfluss. Der Großteil der britischen Bevölkerung aber, lebte
weiterhin in Armut und unter harten Arbeitsbedingungen.
Am
Beispiel der Massai in Kenia lässt sich die Kulturvernichtung durch die
britische Kolonialsituation exemplarisch beschreiben: Kikuyu und Massai lebten in
benachbarten Regionen in Kenia. Während die Kikuyu traditionell sesshafte
Bauern waren, die vor allem Landwirtschaft betrieben, waren die Massai Nomaden,
die mit Rindern, Ziegen und Schafen durch die offenen Savannen zogen. Die
Landpolitik in der britischen Kolonialzeit führte zu einer Verdrängung der
Massai aus großen Teilen ihres traditionellen Landes.
Die
Massai-Männer wurden traditionell als Krieger erzogen. Siedurchliefen Mutproben
und ein intensives Ritual der Kriegerweihe, um als erwachsene Krieger anerkannt
zu werden. Im Wettbewerb um die Gunst der Frauen, schmückten sich Massai-Männer
aufwändig. Bei den traditionellen Tänzen, zeigten sie wie hoch sie aus dem
Stand in die Luft springen konnten und demonstrierten so Stärke, Energie und
eine gute Figur. Kämpferische, tänzerische Fähigkeiten und Viehbesitz machen
Massai-Männer für Frauen attraktiv. Diese Aspekte spiegeln die tief
verwurzelten Werte der Massai-Gesellschaft wider, bei der Mut, Wohlstand und
Schönheit als Zeichen von Männlichkeit galten. Kikuyu-Männer können dabei
schlecht mithalten. Sie haben einen anderen Körperbau und andere Eigenschaften,
als die Massai. Traditionell sind die Kikuyu ein landwirtschaftlich geprägtes
Volk. Männer, die über gute landwirtschaftliche Fähigkeiten, wie Fleiß und
Disziplin, verfügten, wurden geschätzt. Die sesshafte Gesellschaft erlaubte
Besitz. Männer, die Land besaßen, ihre Familie versorgen konnten und als
zuverlässig wahrgenommen wurden, waren begehrt. Sollte sich ein Kikuyu unter
die Massai mischen, dauerhaft unter ihnen leben wollen, hätte er schlechte
Karten, sowohl bei den Frauen, als auch damit in der Savanne zu überleben.
Struktureller
Rassismus basiert auf der Annahme, dass eine dominante Gruppe die Macht über
soziale und wirtschaftliche Strukturen hat.
In
westlichen Ländern sind weiße Menschen historisch die dominante Gruppe. Sie
haben in der Vergangenheit ihr eigenes System geschaffen, aufrechterhalten und
profitieren nun davon. In ähnlicher Weise haben in Vergangenheit Massai in
ihrem Hoheitsgebiet Macht ausgeübt. Würde Eddo-Lodge den Tanzritus der Massai
als systemischen Rassismus gegenüber dem Migrantenwerten? Würde sie von den
Massai einklagen ihre Werte und Riten, den Bedürfnissen des Kikuyu anzupassen?
Wie würde so ein Kompromiss aussehen? Wäre das Volk lebensfähig, wenn es so auf
seine bewährte Überlebensstrategie verzichtete?
Es
verwundert nicht, dass es historisch wenig Vermischungen zwischen den Massai
und den Kikuyu gab. Über Jahrtausende hinweg wollten sowohl Massai als
Viehzüchter und die Kikuyu als Bauern ihre kulturelle Identität bewahren. Mit
der Verdrängung der Massai und der Urbanisierung Afrikas haben ethnische
Grenzen an Bedeutung verloren. Erst in der modernen Gesellschaft Kenias sind
interethnische Beziehungen häufiger geworden. In Städten, wie Nairobi, gibt es
eine zunehmende Durchmischung. Die indigene Kultur verschwindet mit ihrem Volk.
Eliten
haben das verursacht. Engländer haben keinen Anteil an diesem Leid. Gewinne
durch die Kolonialisation wurden von wenigen und meist sehr privat genutzt, die
Schuld wird nunvergesellschaftet. Engländer in England können sich nicht aus
einer Kolonie zurückziehen. England ist ihre angestammte Heimat. Laut Prognosen
könnte die weiße Bevölkerung in England bis zum Jahr 2060 zur Minderheit
werden, wobei der Rückgang durch hohe Migrationszahlen und niedrigere
Geburtenraten der weißen Bevölkerung verursacht wird. Bis 2050 soll der Anteil
weißer Menschen auf etwa 10 % der Weltbevölkerung fallen. Viele Kinder bekommen
und Heimat bewahren wäre ein Liebesdienst am Eigenen und notwendig zu Erhaltung
einer gefährdeten ethnischen Minderheit.
“We need
to claim the entirety of British history. We need to let it be known that black
is British, that brown is British, and that we are not going away.” („Wir
müssen die gesamte britische Geschichte für uns beanspruchen. Wir müssen
deutlich machen, dass Schwarz britisch ist, dass Braun britisch ist, und dass
wir nicht verschwinden werden.“) sagt Reni Eddo-Lodge und weiter:
„The onus
is not on me to change. Instead, it`s the world around me”.
Sie macht
ernst. Hat man ihr die nötige Wirkmacht gegeben? Zum 100. Jubiläum des
Frauenwahlrechts war Reni eine von sieben prominenten Frauen, die im British
Vogue-Magazin als „einflussreich“ ausgezeichnet wurden. Im Sommer 2020
initiierte sie mit Emma Watson, der Schauspielerin aus Harry Potter, ein
Projekt, zur Umbenennung der Londoner U-Bahn-Stationen in Namen von Frauen und
nicht-binären Menschen. Sie will England verändern – nach ihren Vorstellungen:
non-binärer, kollektivistischer, schwärzer. Sie ist eine schwarze Feministin
mit ethnischen Wurzeln in Nigeria und sie ist - Rassist – wie jeder.
Mathilda
Huss, die Autorin des obigen Artikels
https://t.me/Klartext2021Gemeinsam
Euer ERFRIBENDER