An diejenigen,
die glauben,
das alles
gehe sie nichts an
Es gibt immer Menschen, die sagen:
„Was soll ich da schon ausrichten?“,
„Das bringt doch sowieso nichts“
oder
„Ich habe an Ostermontag etwas Besseres vor.“
Genau
darin liegt ein Teil des Problems.
Denn während hier über Freizeit, Bequemlichkeit
und private Pläne nachgedacht wird,
sterben anderswo Menschen.
Familien verlieren ihre Häuser,
Kinder ihre Eltern, Städte ihre Zukunft.
Und selbst dann tun viele noch so,
als sei Frieden ein Nischenthema für Idealisten,
während der eigene Alltag natürlich wichtiger sei.
Nein. Ist er nicht.
Wer in einer Zeit immer neuer Kriege,
Waffenlieferungen, Eskalationen
und propagandistischer Verrohung sagt,
das gehe ihn nichts an, macht es sich zu leicht.
Viel zu leicht. Denn natürlich betrifft es uns.
Politisch, wirtschaftlich, menschlich
und irgendwann auch ganz praktisch.
Krieg bleibt nie sauber begrenzt auf „die anderen“.
Er frisst sich durch Gesellschaften, durch Haushalte,
durch Sprache, durch Angst, durch Abstumpfung.
Und vor allem frisst
er Menschenleben.
Und ja, manche sagen dann:
„Es ist doch immer dasselbe.“
Richtig. Es ist immer dasselbe.
Immer dieselben Ausreden. Immer dasselbe Wegsehen.
Immer dieselbe bequeme Haltung,
dass man erst dann betroffen sein will,
wenn es vor der eigenen Haustür kracht.
Aber Frieden lebt nicht davon, dass Menschen schweigen,
gähnen oder zum nächsten Familienkaffee weiterziehen,
während die Welt weiter brennt.
Frieden braucht Präsenz. Haltung. Öffentlichkeit.
Menschen, die wenigstens noch den Anstand besitzen,
aufzustehen und zu zeigen:
Bis hierher und nicht weiter.
Niemand verlangt Perfektion. Niemand verlangt,
dass man die Welt allein rettet.
Aber ein paar Stunden Zeit, ein Schritt auf die Straße,
ein sichtbares Zeichen gegen Krieg und Eskalation,
das sollte in einer halbwegs intakten moralischen Ordnung
noch drin sein.
Wer immer etwas Besseres vorhat als Frieden,
sollte sich wenigstens ehrlich eingestehen,
dass nicht mangelnde Wirksamkeit das Problem ist,
sondern mangelnde
Bereitschaft.
Ostermontag
ist kein Termin wie jeder andere.
Er ist eine Entscheidung. Zwischen Bequemlichkeit und Haltung.
Zwischen Wegsehen und Zeichen setzen.
Zwischen privat beschäftigt sein
und öffentlich Verantwortung zeigen.
Wenn Menschen sterben,
ist Gleichgültigkeit keine neutrale Position.
Jetzt ist es genug, meint ihr nicht auch?
Der
Frieden ist keine Postkartenidylle
(Horst
Mader)
Euer ERFRIBENDER

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