Gibt es
dafür noch Worte
im Sprachschatz,
die
diese Vorgehensweise
beschreiben könnten???
OMG !
Leipzig: Sicherheitslücke Flugzeug-Bus
Wie der Airport Führungen durch die geheimsten Bereiche organisierte
Leipzig – Sicherheitspolitisches Versagen am Flughafen Leipzig/Halle: Der
Airport chauffiert Besucher direkt in den Sicherheitsbereich, wo Bundeswehr,
Nato und Rüstungsfirmen ihre Flüge abwickeln. Für 40 Euro inklusive Snacks kann
jeder die Tour buchen. Ein Fest für mögliche Agenten, Saboteure und
Terroristen.
Schon die
Buchungsseite des Flughafens dürfte potenzielle Gefährder und Spione erfreuen:
„Im Sicherheitsbereich angekommen (…) sind u.a. AN-124 zu sehen (… ) Auf der
Fahrt werden das Tanklager und der Triebwerksprobelaufstand passiert und ihre
Funktionsweisen erläutert (…) Auf dem imposanten Gelände der DHL erhalten Sie
Informationen zur Abfertigung von Frachtflugzeugen und Frachtgütern.“
Veranstalter laut Impressum der Website: „Das Erlebnis wird erbracht und
bereitgestellt durch Besucherdienst Flughafen
Leipzig/Halle GmbH.“
Flughafen wirbt mit Tour zu ukrainischen Flugzeugen
Heißt: Der Flughafenbetreiber und damit die Länder Sachsen
und Sachsen-Anhalt sowie die Städte Leipzig, Dresden und Halle ermöglichen es,
das Airportgelände ganz einfach auszuspähen. Jeder mit gültigem Ausweis oder
Reisepass darf die Dreieinhalb-Stunden-Tour machen. Nach BILD-Informationen kam
der
Busfahrer, der die Sprengstoff-Drohne am Dienstagabend entdeckte, genau von
solch einer Rundfahrt.
Nato und Bundeswehr nutzen Antonows in Leipzig
Die Bundeswehr
schreibt auf ihrer Website, dass sie Militärtechnik in den ukrainischen
Antonows transportiert: „Der SALIS-Vertrag, über den die Bundeswehr auf die
Antonows in Leipzig zurückgreifen kann, wurde gemeinsam von 10 Nationen der
Nato und der EU mit einem zivilen Auftragnehmer geschlossen. Salis steht dabei
für Strategic Airlift International Solution – die internationale Lösung für
den strategischen Lufttransport.“
Behörde rechtfertigt Führungen
BILD fragte den Flughafen, das Bundes- und das sächsische Innenministerium und
die Bundespolizei:
Warum finden die Touren nach dem versuchten
Anschlag auf eine DHL-Maschine 2024 überhaupt noch statt? Werden die
Teilnehmer der Touren vorab überprüft? Werden Aufnahmen von militärisch
hochsensibler Fracht und kritischer Infrastruktur verhindert?
Und sofort beginnt das Abwälzen von Verantwortung: Der Bund verweist an den
Flughafen. Sachsens Innenministerium antwortet BILD: „Die Flughafensicherheit
ist Sache der Bundespolizei. Die Luftsicherheit
auf Landesebene liegt beim SMIL (Sächsisches Ministerium für Infrastruktur und
Landesentwicklung, d. Red.).“
Das SMIL schreibt BILD: „Besucherführungen sind ein an deutschen
Verkehrsflughäfen etabliertes Format; sie werden vom Flughafenbetreiber
angeboten und organisiert. Eine Teilnahme ist ausschließlich nach vorheriger
Anmeldung unter Angabe der persönlichen Daten möglich. Vor Betreten des
Sicherheitsbereichs durchlaufen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine
Identitätsfeststellung sowie eine Sicherheitskontrolle, wie sie auch für
Fluggäste durchgeführt wird. Während der gesamten Führung werden die Gruppen
durchgehend von Sicherheitspersonal des Flughafens begleitet; ein unbegleiteter
Zugang zu Sicherheitsbereichen ist ausgeschlossen.“ Auf die entscheidenden
Fragen geht das Ministerium nicht ein.
Spionage-Touren im September ausgebucht
Immerhin: Im August werden keine Tickets für die Spionage-Touren verkauft. „Vor
dem Hintergrund des aktuellen Vorfalls und der weiterhin laufenden
Untersuchungen haben wir entschieden, sämtliche Besucherführungen am Flughafen
Leipzig/Halle vorübergehend auszusetzen“, so Maret Montavon auf BILD-Anfrage.
Sie ist „Leiterin Kommunikation und Politikbeziehungen“ bei der Mitteldeutschen
Flughafen AG. Aber dann geht's wohl munter weiter: Die September-Termine sind
laut Website ausgebucht, für den Oktober konnte ein BILD-Reporter wieder ein
Ticket buchen. Natürlich wieder mit Snacks!
Euer ERFRIBENDER


