Ja, das
ist die Frage aller Fragen….
Sicherlich
und unbestritten sind es die Gene der Eltern, die einen Teil unseres späteren
Seins ausmachen.
Ein noch
größerer, mitentscheidender Faktor, sind die frühen Kindheits-Jahre.
Aber
hauptsächlich sind es die Erfahrungen, die daraus zu treffenden Entscheidungen
und welchen Weg man aus den mannigfaltigen Möglichkeiten einschlägt.
Denn
letztendlich sind es wir allein die bestimmen, Wer warum und Was wir sind!
Warum
schreibe ich diese Zeilen? Weil ich nachvollziehen wollte, wie ICH, zu diesem
DER ich bin, wurde!
Aufgewachsen
in einer Bergarbeiter-Familie mit zwei weitern Geschwistern, Brüder, einer 8
Jahre älter, der Andere 2 Jahre jünger.
Es waren
die Nachkriegsjahre und obwohl noch Kind, habe ich dieses Schutt und Asche noch
mitbekommen.
Mein
Vater ist leider früh verstorben und hat sein Leben lang hart gearbeitet! Der
Begriff Urlaub ist im fremd geblieben, da blieben wenn es kein Tauben schicken
gab, nur Ausflüge an Sonntagen mit der Straßenbahn, in benachbarte Städte.
Wir sind
im Ruhrgebiet aufgewachsen, zu der Zeit hat man Natur und Grün vergeblich
gesucht! Ringsum gab es reichlich Trümmerfelder, Bäume eine
Ausnahmeerscheinung!
Ja, wir
haben auch gespielt, aber Spielzeug bestand nur aus Murmeln oder
Selbstgebasteltem!
Aber
lasst uns mit der Prägung weiter fortfahren.
Mein
Vater war Bergmann, also ein Arbeitnehmer mit einer herausfordernden
Beschäftigung, 6 Tage die Woche, in 1000 Meter Tiefe, ohne Tageslicht und
körperlich schwerer Arbeit!
Als die
BRD gegründet wurde, durfte auch das Volk per Wahl entscheiden, Wer dieses Land
regieren sollte!
Mein
Vater war getreuer SPD-Wähler, damals auch noch eine Partei, die die Interessen
der Arbeitnehmer vertrat!
Auch ich
als späterer Arbeitnehmer habe diese Tradition fort gesetzt.
Es gab in
dieser Partei auch Personen, zu denen man aufblicken konnte.
Die da
waren, Herbert Wehner, Willi Brandt oder Helmut Schmidt!
Dann gab
es da noch die Gewerkschaften, die „Vertreter“ der Arbeitnehmer!
Und ja,
wir haben einiges auf den Weg gebracht!
5
Tage-Woche, 40 Stunden, Urlaubsgeld, Lohnfortzahlung, bis zur 35 Stunden-Woche.
Ja, wir
gingen auf die Straße, gegen Zechen-Schließungen, bessere Entlohnung und auch
gegen politische Entscheidungen!
Zu der
Zeit gab es auch noch die Unterstützung der Medien!
Es waren
die 90er, die bei mir etwas auslösten und ein Umdenken auf den Weg brachten.
Mein
letzter Weg an die Wahlurne war zu diesem Zeitpunkt und ich habe tatsächlich
meine Stimme den GRÜNEN gegeben!
Auch die
Gewerkschaften hatten sich gewandelt. Ich war einige Jahre
Gewerkschaftsmitglied, ich war 15 Jahre Betriebsratsvorsitzender!
Habe aber
in der Zeit auch bereits erkannt, dass die Vorstellungen der Gewerkschaften,
nicht zu jedem Unternehmen passten, oder umzusetzen waren.
Mein Tun
in der Zeit war es gewesen, eine gesunde Mischung gegenüber meinem Arbeitgeber,
zu finden!
Obwohl
noch als Betriebsrat tätig, habe ich die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft,
gekündigt!
Zur
gleichen Zeit bin ich auch aus der Kirche ausgetreten. Obwohl Protestant,
konnte ich diese Glaubensauffassung, nicht mehr akzeptieren!
So
richtig wachgerüttelt wurde ich im Jahr 2015 und die Krönung allen Übels fand
im Jahr 2020 statt.
Da steh' ich nun, ich armer Tor, und
bin so klug als wie zuvor
Euer ERFRIBENDER