Donnerstag, 23. Juli 2026

Auswandern ist keine Feigheit.

 Auswandern 

ist keine Feigheit.


Es ist manchmal nur die letzte Abstimmung,
die einem Menschen noch bleibt.

Nicht mit dem Wahlzettel.

Sondern mit den Füßen.

Es gibt Menschen,
die andere dafür verurteilen,
dass sie ein Land verlassen.

Als wäre man dem Boden verpflichtet,
auf dem man geboren wurde.

Als wären Grenzen heilige Linien,
die Gott persönlich mit dem Zollstock in die Landschaft gedrückt hätte.

Sind sie aber nicht.

Grenzen sind politische Markierungen.

Imaginäre Linien,
hinter denen andere Regeln,
andere Steuern,
andere Bürokratien
und andere Zumutungen gelten.

Und wenn hinter einer anderen imaginären Linie
mehr vom eigenen Leben übrig bleibt,
ist es kein Verrat,
diese Linie zu überschreiten.

Wer auswandert,
verlässt nicht seine Heimat.

Er verlässt einen Apparat.

Er verlässt nicht Menschen,
Sprache,
Erinnerungen
oder Wurzeln.

Er verlässt ein System,
das immer mehr nimmt,
immer mehr regelt,
immer mehr fordert
und immer weniger zurückgibt.

Natürlich kann man bleiben.

Aus Trotz.

Aus Bindung.

Aus Familie.

Aus Widerstand.

Aus dem Gefühl heraus:
Warum soll ich gehen,
nur weil andere dieses Schiff gegen den Eisberg steuern?

Aber wer geht,
ist deshalb nicht feige.

Ein sinkendes Schiff zu verlassen,
ist keine Charakterschwäche.

Vor allem nicht,
wenn dieselben Leute,
die das Schiff versenken,
dir auch noch erklären,
du sollst gefälligst an Bord bleiben
und die Reparaturrechnung bezahlen.

Der moderne Staat betrachtet produktive Menschen
wie Vieh auf einer Steuerfarm.

Solange sie bleiben,
werden sie gemolken.

Wenn sie gehen,
nennt man es unsolidarisch.

Das ist ungefähr so,
als würde der Schlachter dem Rind moralische Vorwürfe machen,
weil es den Ausgang gefunden hat.

Auswandern ist keine Lösung für jeden.

Aber es ist auch kein Verrat.

Es ist ein Zeichen.

Immer dann,
wenn der Leviathan zugriffiger wird,
wenn Steuern steigen,
wenn Freiheit schrumpft,
wenn Bürokratie wuchert
und Verantwortung von oben nach unten abgeladen wird,
beginnen Menschen zu gehen.

Nicht weil sie ihr Land hassen.

Sondern weil sie ihr Leben noch mögen.

Und vielleicht ist genau das der Punkt:

Wer bleiben will,
soll bleiben.

Wer gehen will,
soll gehen.

Aber niemand schuldet einem Staat seine Lebenszeit,
seine Arbeitskraft
oder seine Zukunft.

Schon gar nicht einem Apparat,
der ihn nur dann Bürger nennt,
wenn er gehorchen soll,
und Steuerzahler,
wenn er bezahlen soll.

Werdet @Unregierbar

Euer ERFRIBENDER


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