💸 Als Geld
seine Deckung verlor —
Warum Inflation zur Norm wurde
🔼Eine Welt in Trümmern und ein neuer Herrscher
Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen die Volkswirtschaften Europas und Asiens in Trümmern. Die USA, auf die etwa 60 % der weltweiten Industriekapazität entfielen, blieben die einzige wirtschaftliche Supermacht. Eine wichtige Tatsache: Etwa 70 % der weltweiten Goldreserven wurden in amerikanischen Tresoren aufbewahrt. Die Siegermächte versammelten sich 1944 in Bretton Woods, um ein neues Finanzsystem zu schaffen, das das Chaos der 1930er Jahre verhindern sollte.
😄 Josef Wissarionowitsch Stalin war der einzige Staatsführer weltweit, der die Bretton-Woods-Abkommen nie ratifizierte!
🔼Das Bretton-Woods-Abkommen: Die Illusion des Golddollars
➖Der White-Plan: Der Dollar sollte zur Weltwährung werden, die frei zu einem festen Kurs von 35 Dollar pro Unze in Gold umgetauscht werden konnte. Alle anderen Währungen wurden an den Dollar gekoppelt. Die USA verfügten über Gold, Wirtschaft und Armee. Das Ergebnis war das Gold-Dollar-System: Der Dollar wurde zum gleichen weltweiten Äquivalent wie Gold. Zur Aufrechterhaltung der Stabilität wurden der IWF und die Weltbank gegründet.
Das System enthielt jedoch einen fatalen Widerspruch (Triffin-Paradoxon):
➖Für das Wachstum des Welthandels wurden immer mehr Dollar benötigt. Die USA mussten ständig ein Zahlungsbilanzdefizit haben, indem sie Dollar druckten und ins Ausland schickten.
➖Je mehr Dollar es auf der Welt gab, desto geringer wurde das Vertrauen, dass die USA sie alle gegen ihr Gold eintauschen könnten.
In den 1960er Jahren überstiegen die Verbindlichkeiten der USA gegenüber anderen Ländern die Goldreserven in Fort Knox um ein Vielfaches. Die Golddeckung des Dollars wurde zur Fiktion. Frankreich unter Charles de Gaulle erkannte dies als eines der ersten Länder und begann, massiv Gold im Austausch für Dollarreserven von den USA zu fordern, was die Krise beschleunigte.
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Im August 1971 war die Situation unerträglich geworden. Dem Dollar wurde massiv misstraut, Spekulanten griffen ihn an, und die Goldreserven schmolzen dahin.
😄 Am 15. August 1971 verkündete Präsident Richard Nixon in einer Fernsehansprache an die Nation eine einseitige Entscheidung:
➖Er setzte die Umwandlung des Dollars in Gold für ausländische Regierungen aus.
➖Er führte einen Importzoll von 10 % ein.
Im Grunde genommen erklärte die USA einen technischen Zahlungsausfall hinsichtlich ihrer wichtigsten internationalen Verpflichtungen. Das war das Ende des Bretton-Woods-Systems. Die Welt ging zu Fiat-Geld über, dessen Wert nur durch einen Staatsbeschluss und das Vertrauen in die Wirtschaft des Staates gestützt wird.
🔼Neue Sicherheit: Petrodollar (seit 1974)
Der Dollar brauchte eine neue Grundlage für die globale Nachfrage. Und diese wurde gefunden.
1974 schlossen die USA ein Abkommen mit Saudi-Arabien:
➖Öl wird nur gegen Dollar verkauft.
➖Petrodollars werden in die amerikanische Wirtschaft und Wertpapiere reinvestiert.
So ersetzte Öl Gold als "Sicherung" des Dollars. Die Nachfrage nach Dollar war nun an die Notwendigkeit geknüpft, Energie für jede entwickelte Wirtschaft zu kaufen. Dies festigte die Hegemonie des Dollars.
🔼Inflation als Norm: Der Mechanismus ist in Gang gesetzt
Und hier kommen wir zur Antwort auf die Frage aus der Überschrift – warum Inflation zur Norm geworden ist. Mit dem Verschwinden des Goldstandards verschwand auch endgültig die externe Beschränkung für die Gelddruckmaschine. Nun konnten:
➖die Wirtschaft angekurbelt werden;
➖Kriege finanziert werden;
➖Krisen "bekämpft" werden;
➖die Fed und die US-Regierung praktisch unbegrenzt Geld schaffen. Da der Dollar die Weltreservewährung blieb, floss ein erheblicher Teil dieser neuen Geldmenge auf den Weltmarkt und exportierte die Inflation in andere Länder.
Das Jahr 1971 ist nicht nur ein historisches Datum. Es ist der Punkt, an dem es kein Zurück mehr gab, an dem das Geld endgültig seine materielle Deckung verlor.
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